Alle meine Ex-Freunde (Metamorphosen 17)

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Verbrecher Verlag 2017. 100 Seiten.

Metamorphosen 17. Magazin für Literatur und Kultur. Gastherausgeber: Marc Degens.

Über AltLit, New Sincerity und das radikal autobiographsiche Schreiben mit digitalen Schreibwerkzeugen

Mit  Texten von Sofia Banzhaf, Beach Sloth, Megan Boyle, Jordan Castro, Elizabeth Ellen, Spencer Madsen, Adeline S. Manson, Memeoji, Guillaume Morissette, Tao Lin, Stacey Teague, Nadia de Vries und einer Einführung von Marc Degens.

Übersetzt von Tobias Amslinger, Ann Cotten, Marc Degens, Moritz Müller-Schwefe, Clemens J. Setz, Lukas Valtin, Michael Watzka und Ron Winkler.

»Die unter dem Titel ›alle meine ex-freunde‹ versammelten und erstmals auf Deutsch erschienenen Prosatexte, Blogeinträge, Gedichte und Interviews bieten eine wertvolle Einführung in die derzeit wahrscheinlich bedeutendste Spielart post-postmodernen Schreibens – die so oder so ähnlich in Deutschland bislang kaum zu existieren scheint.« (Jonathan Schaake, ltrtr)

Vorwort: Alle meine Ex-Freunde. Radikal autobiographisches Schreiben heute

In seiner Serie »Removed« zeigt Eric Pickersgill Fotos von Menschen, die auf ihre Smartphones schauen, auf denen die Geräte allerdings retuschiert wurden. Es sind Bilder von intimer Nähe. Auf einem liegen eine Frau und ein Mann Rücken an Rücken unter einer Bettdecke und starren in ihre leeren Hände. Die Blicke sind konzentriert, doch die digitalen Welten sind verloren, wodurch die Szenerie etwas Groteskes, Verstörendes und Trauriges bekommt.

Die Texte, die die Personen auf ihren Geräten gelesen haben könnten, versammelt diese Ausgabe der metamorphosen. Es sind Gedichte, Erzählungen und Journale, die fast alle auf Webseiten und Blogging-Plattformen veröffentlicht wurden und dort zum jetzigen Zeitpunkt im englischsprachigen Original auch noch nachzulesen sind. Die Mehrzahl ihrer Autoren wird mit der sogenannten Alt-Lit-Bewegung assoziiert. Der Begriff kam 2011 auf und ist eine Abkürzung für »alternative literature«. Das eigene Leben steht bei Alt Lit im Zentrum des Schreibens. Die Texte verzichten in der Regel auf Fiktion, sind oft sehr privat und thematisieren den eigenen Alltag, Beziehungen, Drogenerlebnisse, Sex- und Lektüreefahrungen. Sie entstehen meist auf dem Computer oder auf dem Smartphone und werden auf Blogging-Plattformen wie Tumblr und WordPress oder in Sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook veröffentlicht. Auf die Textgestalt hat das digitale Schreibgerät einen wesentlichen Einfluss. Posts, Tweets, Verse oder Kommentare sind manchmal nur zwei, drei Buchstaben lang, bestehen aus technischen Abkürzungen, Emoticons oder URLs. Auch die Prosa neigt zur Kürze und ist geprägt von klaren, einfachen Sätzen, die mitunter die Schreibgewohnheiten aus Chatdialogen nachahmen. Texte greifen auf die Listenform zurück, die Sprache ist auf ein Minimum reduziert und in ihrem extremen Minimalismus lesen sich manche Passagen wie Kopierfehler:

„Thank you for the awkward situation“, Andrew says. „What?“ Matt says. „Thank you for the awkward situation“, Andrew says. „What?“ Matt says. „Thank you for the awkward situation“, Andrew says.

Der Dialog stammt aus Tao Lins erstem Roman »Eeeee Eee Eeee«. Lin gilt als Pionier der Alt Lit und hat mit seinen frühen Gedichtbänden, Kurzgeschichtensammlungen und ersten beiden Romanen zwischen 2006 und 2010 die Strömung thematisch und formal entscheidend geprägt. Bekannt wurde er zudem als Kleinverleger, Filmemacher und spektakulärer Selbstpromoter. Auf der Webseite Muumuu House versammelte er zudem Erzählungen, Gedichte oder ausgewählte Tweets von nahestehenden Autoren. In ihrer schonungslosen, oft mit distanzierter Stimme erzählten Drastik erinnern viele Texte an William S. Burroughs semi-autobiographischen Heroinroman »Junk« (1953), einem klassischen Werk der Beat-Generation, der nach Allen Ginsberg »engelköpfigen Hipster«. Auf Ginsbergs epochales Gedicht »Howl« nimmt wiederum die mit Alt Lit assoziierte Dichterin Luna Miguel Bezug:

I have also seen the best minds of my generation
destroyed by the emoticon.
I have seen their inexpensive faces.
I have read their photocopied poems.
I do not know their violence
but I sense a new howl.

Für Aufsehen in der New Yorker Literaturszene sorgte 2011 die auf Muumuu House veröffentlichte Kurzgeschichte »Adrien Brody« von Marie Calloway, eine Schlüsselerzählung, in der die Autorin ihr Verhältnis mit einem vierzigjährigen Redakteur schildert. »Adrien Brody« ist eine provokante Meditation über sexuelle Abhängigkeit, Emanzipation und politisches Bewusstsein mit pornographischen Elementen, deren Stil stark von Lin beeinflusst wurde, der auch selber in der Erzählung als Figur mit Klarnamen auftaucht. Der Text steht in der Tradition einer Literatur des Verrats, wie man sie von anderen radikal autobiographischen Autoren wie Chris Kraus (»I love Dick«) oder Karl-Ove Knausgård (»Min Kamp«) kennt, die oft ungefragt ihr komplettes Umfeld zum Gegenstand ihrer Literatur machen. Im Zuge des Skandals wurde die Autorin für ihre Erzählung im Internet beschimpft und erhielt sogar Morddrohungen.

Obwohl zahlreiche mit Alt Lit assoziierte Autoren in New York leben und die Stadt oft als Bezugspunkt und Handlungsort vorkommt, ist Alt Lit eine internationale Erscheinung. Für die Kommunikation und den Vertrieb ist das Internet unerlässlich. Das der Alt Lit verpflichtete, monatlich erscheinende PDF-Literaturmagazin »Shabby Doll House« wird von drei Autorinnen redigiert, die auf drei Kontinenten, in Europa (Lucy K Shaw), Nordamerika (Sarah Jean Alexander) und Australien (Stacey Teague) angesiedelt sind. Viele Autorinnen und Autoren dieser Ausgabe sind selbst Plattformbilder und betreiben Editionen in Kleinverlagen wie Elizabeth Ellen (SF/LD Books), Webmagazine wie Beach Sloth oder Kleinstpressen wie Spencer Madsen (Sorry House), in denen fremde wie auch eigene Werke erscheinen. Auch hier gibt es Berührungspunkte zu älteren autobiographisch schreibenden Autoren, die wie Chris Kraus (Semiotext(e)) oder Karl-Ove Knausgård (Pelikanen) eigene Kleinverlage betreiben. Der Wunsch, Leben in Literatur auszustellen, beschränkt sich offenkundig nicht auf eigene Texte, sondern bezieht auch Werke anderer Autoren mit ein.

Alt Lit ist eine Globalisierungserscheinung. Das verbindende Mittel sind globalisierte Erlebniswelten (Einkaufsmalls, Fastfood-Ketten, Franchiseunternehmen) und die englische Sprache, die im Fall der niederländischen Autorin und Kleinverlegerin Nadia de Vries anstelle der Muttersprache als Literatursprache gewählt wird. Die Literaturarbeit beschränkt sich nicht nur auf das Schreiben, sondern sucht nach Möglichkeiten der Vernetzung; die Autoren experimentieren mit alternativen Vertriebs- und Veranstaltungsformen. Sie treffen sich in der »Mellow Pages«-Leihbibliothek in New York mit über 4.500 Titeln aus Klein- und Independent-Verlagen, organisieren Lesungen, betreiben wie Stacey Teague die »subbed in«-Literaturgesellschaft in Sydney oder engagieren sich wie Guillaume Morissette in dem von jungen Dichtern in Montreal gegründeten Kleinverlag Metatron, der jährlich eine Buchveröffentlichung als Hauptpreis eines Literaturwettbewerbs auslobt. Diese gemeinsamen Aktivitäten sind für den Austausch unter den Autoren oft wichtiger als formale Gemeinsamkeiten zwischen den Texten, überdies stehen sie durch Chat- und Kommentarfunktionen in einem sehr direkten Verhältnis zum Leser.

Tao Lins zweiter Roman trägt den Titel »Richard Yates«, »ohne dass man nach der Lektüre zwingend sagen könnte, warum dem so ist«, schreibt Rainer Moritz in seinem Buch über den im letzten Jahrzehnt wiederentdeckten amerikanischen Schriftsteller. »Yates’ Bücher tauchen bei Tao Lin nur sporadisch auf; eines von ihnen dient als Mousepad.« Lins Berufung bezieht sich allerdings auf etwas Tiefgründigeres, das als Folie unter seinem Roman liegt: Es ist Yates’ Forderung nach schriftstellerischer Aufrichtigkeit, die Blake Baileys monumentale Yates-Biographie »A Tragic Honesty« aus dem Jahr 2003 im Titel führt.

Eine andere Spur führt zur New Sincerity, einer interdisziplinären Kunstrichtung, deren Werke sich durch Ernsthaftigkeit und einen übersensiblen Realismus mit romantischen, utopischen und surrealen Elementen auszeichnen. Hierzu zählen Filme von Charlie Kaufman und Michel Gondry, die Musik von Devandra Banhart und The Moldy Peaches, die Comics von Gabrielle Bell und Lisa Hanawalt oder die literarischen, filmischen und künstlerischen Arbeiten von Miranda July. Alt Lit wirkt wie eine Spielart dieser Richtung, geschrieben von einer jüngeren Generation, deren Literatur auf digitalen Schreibgeräten entsteht und deren Blick skeptisch, ironisch und distanziert ist. David Foster Wallace gilt als Stammvater der New Sincerity und Spencer Madsens erster selbstverlegter Gedichtband trägt als Klappentext einen Rezensionsauszug aus der Besprechung der New York Times von Wallace‘ Epochenroman »Infinite Jest«. Auch Megan Boyle bezieht sich in einem YouTube-Clip auf Wallace und hat Ausschnitte aus einem Fernsehinterview mit ihm zu einem dreieinhalbminütigen Nachdenken, Stammeln und Hadern zusammenmontiert.

Wie bei Yates beschränkt sich die Auseinandersetzung nicht nur auf literarische Aspekte, sondern bezieht auf subtile Art auch die Wirkungsgeschichte und die tragischen Lebensumstände mit ein. Im Falle von Yates den nachlassenden schriftstellerischen Erfolg und die Alkoholkrankheit am Ende seines Lebens, im Falle von Wallace seine Depression, die 2008 schließlich zu seinem Suizid führte.

Wie viele radikal autobiographische Schriftsteller sind Alt-Lit-Autoren auch häufig extreme Zeitdokumentaristen. Im März 2013 begann Megan Boyle mit ihrem »Liveblog«-Projekt auf Tumblr, eine »schmerzvoll aufrichtige und rohe Aufzeichnung eines menschlichen Lebens«, wie die Schriftstellerin Juliet Escoria schrieb. Digitale Aufzeichnungstechniken führen zu neuen Möglichkeiten der Zeitdokumentation und Alt Lit weitet den Textbegriff aus und bezieht auch Tweets, Videos, Selfies und Bildschirmfotos in die Literaturproduktion mit ein. In seiner Dokumentationssucht erinnert Boyles Liveblogging an Georges Perecs »Versuch einer Bestandsaufnahme aller flüssigen und festen Nahrungsmittel, die ich im Verlauf des Jahres 1974 hinuntergeschlungen habe«. Auch mit der Philosophie des Uncreative Writing von Kenneth Goldsmith gibt es Überschneidungen: Goldsmith legte mit seinem Buch »Day« eine 836 Seiten lange, eng bedruckte wortgetreue Abschrift der New-York-Times-Ausgabe vom 1. September 2000 vor. 2015 unterrichtete er an der Universität von Pennsylvania den Kurs »Wasting Time on the Internet« und pries in seinem gleichnamigen Buch das Zeitverschwenden im Internet als Quelle künstlerischer Inspiration.

Wenn man sich einflussreiche Avantgardegruppen wie Dada oder die Beats anschaut, fällt auf, dass den Kern der Bewegung eine kleine Gruppe von gut miteinander bekannten Personen bildete, die sich oft in jungen Jahren kennenlernten. Alt Lit stellt in dieser Hinsicht keine Ausnahme dar, unterscheidet sich allerdings insofern von früheren Gruppen, als dass durch die Internetkommunikation die regionale Nähe für die Gruppenbildung heute eine weniger wichtige Rolle spielt. Die Stil-Vielfalt innerhalb der Alt Lit ist enorm. Die Texte stammen von Hochschulabsolventen, Studienabbrechern und Autodidakten und in der Alt Lit treffen amateurhafte und akademische Schreibweisen aufeinander. Dadurch, dass das Publizieren im Internet oft impulsiv geschieht und Zwischeninstanzen wie Lektoren oder Redakteure meistens fehlen, behalten die Texte häufig ihre wilde, dilettantisch anmutende Form. Die Grammatik ist schief, die Zeitformen geraten durcheinander, einige Texte strotzen vor Rechtsschreibfehlern und Buchstabendrehern. Gleichzeitig führt diese ungefilterte Spontaneität aber auch zu einer großen Experimentierfreude und inhaltlichen Radikalität und Ehrlichkeit, die als das Hauptziel beim Schreiben angestrebt wird.

I talked to him about my writing, and how I was afraid to publish it.
»I feel like they would edit my writing so it would be technically better, but less honest and expressive.«
»Yeah, but I think you can find a balance between those things.«
»But I’m not interested in a balance.«
(Marie Calloway, Adrien Brody)

In seinem vierten, semi-autobiographischen Roman »Taipei« geht Tao Lin mit drei Freunden, die alle auch schreiben, ins Kino und die vier twittern unter Heroineinfluss gemeinsam über den X-Men-Film »First Class«. Lin zitiert aus den Tweets und über den Hashtag #xmenlivetweet lässt sich der reale Tweet-Dialog der vier Personen komplett nachlesen. Die Romanhandlung setzt sich damit außerhalb des Buches in der Timeline der vier Autoren fort, zur Roman- und Twitter-Zeit kommt sogar noch eine dritte zeitliche Ebene hinzu, die Filmzeit, in der man die Tweets parallel zur Zeitachse des Spielfilms Szene für Szene nachvollziehen kann. In solchen Momenten zeigen sich die aufregenden Möglichkeiten, die ein multimediales, medienübergreifendes Schreiben für das Aufbewahren von Zeit bieten, und mit denen die Autoren der Alt Lit erfolgreich experimentieren.

Typisch für die Kultur im Internet, sind die Strukturen der Alt Lit unterfinanziert. In den Texten herrscht ein starker Alltagsbezug vor. Alt Lit hat zu einer Gedicht-Renaissance geführt, doch kurze Formen haben es schwer auf einem Buchmarkt, auf dem Gedichtsammlungen und Erzählungsbände eine untergeordnete Rolle spielen. Das Schreiben dient vor allen Dingen als private Bereicherung, wendet sich im zweiten Schritt an die Leser und erst im letzten an die Buchkäufer. Wie die meisten radikal autobiographischen Literaturrichtungen hat Alt Lit keine nennenswerten Theatertexte hervorgebracht, auffallend ist jedoch, dass es auch nur eine geringe Zahl an Romanen gibt, die eigentlich klassische Erzählform autobiographischen Schreibens. Neben Tao Lins und Ben Brooks’ Romanen zählt hierzu noch Guillaume Morissettes Roman »New Tab«, der 2014 veröffentlicht wurde, im selben Jahr wie die beiden maßgeblichen Alt-Lit-Anthologien »The Yolo Pages« und »40 Likely to Die Before 40«.

Dass keine weiteren Alt-Lit-Anthologien folgten, hängt maßgeblich mit einer Debatte zusammen, die im September 2014 ihren Ausgangspunkt nahm, als auf Medium.com der Text »We don’t have anything to do« von Sophia Katz veröffentlicht wurde. Wie Calloway berichtet die zwanzigjährige Autorin von einem Aufenthalt in New York und dem Zusammensein mit einem neun Jahre älteren, »Stan« genannten, Autor und Redakteur eines Alt-Lit-Magazins, dem sie vorwarf, sie im Laufe ihres einwöchigen Aufenthalts dreimal zum Sex gezwungen zu haben. In der Folge erhoben weitere Frauen Vorwürfe und die Debatte weitete sich auf mehrere männliche Autoren und Redakteure der New Yorker Alt-Lit-Szene aus. Zur gleichen Zeit meldete sich auch E.R. Kennedy, die heute als Mann lebende ehemalige Freundin Tao Lins zu Wort, der die weibliche Hauptfigur in Tao Lins Roman »Richard Yates« nachempfunden ist. In einer Serie von Tweets warf Kennedy, der während der Beziehung mit Lin erst sechzehn Jahre alt gewesen war, Lin emotionale und künstlerische Ausbeutung und sexuelle Nötigung (»sexual assault«) vor. Die anschließende Diskussion wurde heftig geführt, viele Autorinnen und Autoren meldeten sich mit kontroversen Ansichten zu Wort, für die sie mitunter ebenso übel beschimpft wurden wie die inzwischen mit Klarnamen genannten vermeintlichen Täter und Opfer. »Shitstorms« trafen fast alle Beteiligten und ließen niemanden aus.

Innerhalb weniger Wochen hatte sich das einst hippe Label in ein Schimpf- und Tabuwort verwandelt, wobei Alt Lit auch schon früher starker Kritik ausgesetzt war. Die Schreibweisen und Verfahren galten als flach und anspruchslos, man warf den Texten Trivialität und erzählerische Langeweile vor und den Autoren Selbstverliebtheit. Andere deuteten Alt Lit als digitale Elendsliteratur und Zeichen einer Wohlstandsverwahrlosung einer vornehmlich weißen Autorenschicht. Kritik kam auch schon von Alt-Lit-Autoren selber, wie etwa Gabby Bess’ Plädoyer gegen den Dokumentarismus Megan Boyles, so dass es viele als Erleichterung empfanden, als im Dezember 2014 das »Ende« von Alt Lit ausgerufen wurde und das Label ersatzlos gestrichen wurde. Heutzutage halten nur noch wenige Autoren an dem Label fest, meist in trotzig selbstironischer Weise, aber auch wenn das Label verschwunden sein mag, die zugehörige Literatur und ihre Errungenschaften sind es nicht.

Diese Ausgabe der metamorphosen möchte die Vielfalt der Schreibweisen und Themen von Alt Lit darstellen und konzentriert sich dabei vor allen Dingen auf die (semi-)autobiographischen Elemente. Die Schwierigkeiten einer gedruckten Anthologie mit Texten, von denen die meisten für das Internet entstanden sind, ist, dass sie diese nur eingeschränkt abbilden kann und auf Links, beigefügte Fotos und Kommentare verzichten muss. Insofern sei ein Nach- und Weiterlesen der Texte im Internet ausdrücklich empfohlen. Der Band spannt den Bogen von vier Gedichten aus Tao Lins erstem Gedichtband »you are a little bit happier than i am« (2006) hin zu den Erzählungen, Gedichten und Journaleinträgen von Sofia Banzhaf, Memeoji und Adeline S. Manson, die allesamt keine Alt-Lit-Autorinnen sind, deren Texte und Schreibweisen allerdings in entscheidender Weise von ihr geprägt wurden.

Der Titel dieser Ausgabe ist eine Kombination aus zwei Schlüsseltexten der Alt Lit, die auch in diesem Band abgedruckt sind: Megan Boyles »Mit wem ich bisher Sex hatte« und Jordan Castros »Alle meine Ex-Dealer«. Der Titel impliziert einen Beziehungsbruch und weist auf die Lesart autobiographischer Texte als Literatur des Verrats hin – er lässt sich aber auch als düstere Prophezeiung lesen, als Bedrohung einer globalisierten Literatur, deren Strukturen und Netzwerke auf Reise- und Kommunikationsfreiheit und deren Texte auf geistiger Freiheit gründen und die durch Nationalismus und Populismus akut gefährdet sind. Mögen aus Freunden keine Ex-Freunde werden!

Mein Dank zum Schluss gilt allen Autoren und Übersetzern sowie den Redakteuren der metamorphosen, die weit über den Globus verstreut sind, und ganz besonders Alexandra Gerstner und Valentine A. Pakis.

Marc Degens, März 2017, Toronto

Alle meine Ex-Freunde

I AM THE ANTIFA OF INDIE-LIT (THANKSGIVING)

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All My Ex-Friends

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Verbrecher Verlag. April 2017. 100 pages.

Metamorphosen 17.

Edited by Marc Degens.

Translated by Tobias Amslinger, Ann Cotten, Marc Degens, Moritz Müller-Schwefe, Clemens J. Setz, Lukas Valtin, Michael Watzka and Ron Winkler.

Content

Sofia Banzhaf: Pony Castle (Excerpt)

Beach Sloth: Hey you

Megan Boyle: Everyone I’ve Had Sex With

Jordan Castro: All My Ex-Drug Dealers

Marc Degens: Introduction

Elizabeth Ellen: Life Like

Tao Lin: Poems

Spencer Madsen: Poems + Interview with Adam Humphreys

Adeline S. Manson: Micro-Day Blog (Selection)

Guillaume Morissette: Holiday Reading Blog Thing 2015

Memeoji: How to lose friends and influence nobody (Excerpt)

Stacey Teague: Cry Log Cry

Nadia de Vries: Interview with Jordan Hoxsie (realitybeach.org)

Radically Autobiographical Writing, 2006–2016

 (Translated by Valentine A. Pakis)

In his series titled “Removed,” the photographer Eric Pickersgill presents images of people looking at their smartphones, with the devices themselves taken out of the pictures. They are images of close intimacy. In one, a man and woman lie back to back in bed and stare into their empty hands. Their gazes are concentrated on digital worlds that are no longer there, and thus there is something grotesque, disturbing, and sorrowful about the scenes.

This special issue of Metamorphosen contains texts that the people in Pickersgill’s photographs might have been reading on their phones. They are poems, short stories, and journal entries that (for the most part) were published on websites and blogging platforms and can still be read there today in their original form. Most of their authors have been associated with the so-called “Alt-Lit” movement. The term, which seems first to have appeared in 2011, is an abbreviation of “alternative literature.” At their heart, Alt-Lit texts are autobiographical. They typically steer clear of fiction; they are often highly private; and they tend to be concerned with everyday life, relationships, drug use, reading, and sexual experiences. Most of them were created on the computer or on smartphones and then posted on blogging platforms such as Tumblr or WordPress, if not simply published on social networks such as Twitter or Facebook. Their digital composition influences their textual form in an essential manner. Posts, tweets, poems, or comments are occasionally just two or three letters long and consist of technical abbreviations, emoticons, or URLs. Even the prose tends to be short and is characterized by clear and simple sentences that are reminiscent of the writing practices common in online chatting. The language is reduced to a minimum (the texts can even take the form of lists) and this extreme minimalism causes certain passages to resemble copying errors:

“Thank you for the awkward situation,” Andrew says. “What?” Matt says. “Thank you for the awkward situation,” Andrew says. “What?” Matt says. “Thank you for the awkward situation,” Andrew says.

This dialog is quoted from Tao Lin’s first novel, Eeeee Eee Eeee. Lin is regarded as a pioneer of Alt Lit whose early volumes of poetry, collections of short stories, and first two novels (published between 2006 and 2010) did much to define the genre both thematically and formally. He has also gained some renown as a small publisher, film maker, and spectacular self-promoter. On his website Muumuu House, moreover, he has collected stories, poems, or selected tweets by writers working in the same vein. With their drastically blunt and distant style, many of the texts call to mind William Burroughs’s semi-autobiographical heroin novel Junk, a classic work of the beat generation, or the “angel-headed hipsters” evoked in Alan Ginsberg’s Howl, a work alluded to by the Alt-Lit poet Luna Miguel:

I have also seen the best minds of my generation
destroyed by the emoticon.
I have seen their inexpensive faces.
I have read their photocopied poems.
I do not know their violence
but I sense a new howl.

In 2011, the New York literary scene was abuzz over Marie Calloway’s short story “Adrien Brody,” an autobiographical work published on Muumuu House that documents the authors relationship with a forty-year-old editor. “Adrien Brody” is a provocative meditation on sexual dependency, emancipation, and political awareness with pornographic elements. Its style was strongly influenced by that of Lin, who also features in the story under his own name. The text belongs to the tradition of confessional literature, as is familiar from other radically autobiographical writers such as Chris Kraus (I Love Dick) or Karl-Ove Knausgård (My Struggle). Often without seeking permission from the people involved, such authors treat their complete environment as the object of their literature. In response to her scandalous story, Calloway was castigated online and even received death threats.

Although many of the authors associated with Alt Lit live in New York, and although the city often appears as a setting or reference point in their work, Alt Lit is in fact an international phenomenon. The authors communicate online and depend on the internet for the distribution of their work. The literary magazine Shabby Doll House, which is devoted to Alt Lit and which appears monthly as a PDF, is edited by three authors on three different continents, Lucy K. Shaw (Europe), Sarah Jean Alexander (North America), and Stacey Teague (Australia). Many of the authors in this volume have created their own platforms and operate publication venues such as small presses (Elizabeth Ellen’s SF/LD Books and Spencer Madsen’s Sorry House) or web magazines (such as Beach Sloth) to showcase their own work and that of others. Here, too, there are points of reference to older autobiographical authors who, like Kraus (Semiotext(e)) and Knausgård (Pelikanen), run their own small publishing houses. The desire to put life on display in literature is clearly not restricted to one’s own texts; it involves publishing the work of other authors as well.

Alt Lit is a product of globalization. What binds it together are globalized experiences (shopping malls, fast food chains, franchised stores) and the English language, which is even used as a literary medium by the Dutch author and publisher Nadia de Vries instead of her mother tongue. Not limited to writing alone, the literary activity of the scene also revolves around networking opportunities and experiments with alternative forms of distribution and organization. The authors gather at the Mellow Pages Library in New York, which contains more than 4,500 titles from small and independent publishers; they organize readings; they run literary societies, such as Stacey Teague’s “subbed in,” which is based in Sydney; or, like Guillaume Morissette, they are engaged in the small publishing house Metatron, which was founded by young poets in Montreal and which awards a yearly book prize. These communal activities are often more important to the authors’ interaction than the formal communalities of their texts. Beyond this, they make use of chat and comment functions to keep in direct contact with readers.

The title of Tao Lin’s second novel is Richard Yates. According to the German literary critic Rainer Moritz, who has written a book about Yates, “it is impossible to say, after reading [Lin’s novel], exactly why this is the case.” “Yate’s books,” Moritz goes on, “appear only sporadically in Tao Lin’s work; one of them is used as a mousepad.” Lin’s reference, however, is about something deeper – a foundational attitude that underlies his novel: It is a reference to Yate’s insistence on authorial sincerity, an insistence that Blake Bailey underscored in the very title of his 2003 biography of Yates: A Tragic Honesty.

Lin’s approach also has roots in so-called New Sincerity, an interdisciplinary artistic trend whose works are distinguished by their earnestness and by their hyper-sensitive realism, which often contains romantic, utopian, or surreal elements. The broad genre includes films by Charlie Kaufman and Michel Gondry, music by Devandra Banhart and The Moldy Peaches, comics by Gabrielle Bell and Lisa Hanawalt, and the movies and other pieces by Miranda July. Alt Lit is an offshoot of this trend, written by a younger generation whose literature is produced on digital devices and whose attitude is more skeptical, ironic, and distanced. David Foster Wallace is regarded as a founding father of New Sincerity, and Spencer Madsen’s first self-published volume of poetry has a blurb on the back cover that is taken from the New York Times’s review of Wallace’s Infinite Jest. In a YouTube clip, Megan Boyle similarly transformed a television interview with Wallace into a three-minute montage of awkward stuttering, shrugging, and repeated utterances.

As with Yates, this engagement is not simply restricted to literary matters but also refers, in a subtle manner, to the reception and tragic circumstances of the author: posthumous literary success and alcoholism in Yate’s case, depression and suicide in Wallace’s.

Like many radically autobiographical writers, the authors involved with the Alt-Lit movement are extreme documentarians of time. With her “Liveblog” project on Tumblr, which was begun in March of 2013, Megan Boyle initiated what Juliet Escoria has called a “painfully honest and raw record of a person’s life.” Digital recording techniques have led to new opportunities for documenting time, and Alt Lit has expanded the concept of the text to include tweets, videos, selfies, and screen shots in the production of literature. Boyle’s obsession with documentation calls to mind Georges Perec’s “Attempt at an Inventory,” in which he endeavored to record everything that he ate or drank over the course of the year 1974. It also shares similarities with Kenneth Goldsmith’s philosophy of “uncreative writing.” His book Day, for instance, is an 863-page faithful reproduction of a single issue of the New York Times (from September 1, 2000). In 2015, Goldsmith taught a course at the University of Pennsylvania called “Wasting Time on the Internet,” and in his book of the same title he praised such activity as a source of artistic inspiration.

Influential avant-garde groups, such as Dada artists or the Beats, have often consisted of closely knit acquaintances who got to know one another at an early age. In this regard, Alt Lit is no exception, though it differs from previous groups to the extent that its formation, on account of online communication, did not depend as heavily on geographical proximity. The stylistic variety within Alt Lit is enormous. Its representative authors include high school graduates, college drop-outs, and autodidacts, and their approach to writing ranges from the amateurish to the academic. Because online publication can happen impulsively and often lacks intermediary authorities such as editors or reviewers, the texts are frequently preserved in a wild and seemingly dilettantish form. The grammar is off, the verb tenses are mixed up, and some pieces are full of spelling errors. At the same time, however, this unfiltered spontaneity can lead to a great amount of experimentation, thematic radicality, and honesty – and these are precisely the aims that the authors hope to achieve in their writing:

I talked to him about my writing, and how I was afraid to publish it.
“I feel like they would edit my writing so it would be technically better, but less honest and expressive.”
“Yeah, but I think you can find a balance between those things.”
“But I’m not interested in a balance.”
(Marie Calloway, “Adrien Brody”)

In his fourth, semi-autobiographical novel Taipei, Tao Lin goes to the movies with three friends – all of whom are writers – and the four of them tweet together while on heroin about the X-Men film First Class. Lin quotes from the tweets and, under the hashtag #xmenlivetweet, it is possible to read the entire exchange among the four people. The action of the novel is thus perpetuated outside of the book in the timelines of the four authors. In addition to the temporalities of the novel and of Twitter, moreover, there is also the time of the movie itself, which can be aligned on a scene-by-scene basis with the content of the tweets. Moments such as these reveal the intriguing ways in which multi-media and trans-media writing can influence our perception of time and the extent to which Alt-Lit authors have succeeded in doing so.

As is typical of culture on the internet, the structures of Alt Lit are under-funded, and thus it is not surprising that the texts abound with references to the banalities of daily life. Alt Lit may have brought about a renaissance of poetry, but short forms have a tough time on the book market, which has never been kind to collections of poems or short stories. The works were written above all for the authors’ own enjoyment or enrichment. The interest of the reader is a close second, while the interest of book sellers does not seem to have been much of a priority. Like other radically autobiographical literary movements, Alt Lit has not produced any notable works for the theater. What is striking, however, is that it has only given rise to a few novels – the traditional narrative form for autobiographical writing. In addition to the works by Tao Lin and Ben Brooks, there is also Guillaume Morrisette’s novel New Tab, which was published in 2014. That same year saw the publication of two significant Alt-Lit anthologies: The Yolo Pages and 40 Likely to Die Before 40.

That no subsequent anthologies have appeared since then is in large part due to a debate that broke out in September of 2014, when Sophia Katz’s text “We Don’t Have Anything to Do” was published on Medium.com. Like Calloway’s “Adrien Brody,” Katz’s piece provides an account of visiting New York and getting together with an older man. An author and editor for an Alt-Lit magazine, “Stan” (as Katz calls him) is accused of forcing her to have sex with him three times over the course of her week-long stay. In the wake of this publication, other women authors began to raise further accusations about male authors and editors associated with the Alt-Lit scene. Around the same time, E. R. Kennedy, a former girlfriend of Tao Lin who features as the main female character in Lin’s novel Richard Yates, entered the discussion (Kennedy now identifies as a man). In a series of tweets, Kennedy, who had been sixteen years old at the time of their relationship, accused Lin of emotional and artistic exploitation and sexual assault. The ensuing discussion was vehement, with many authors voicing controversial opinions for which they were chastised just as severely as the alleged perpetrators and victims. This was a disaster for everyone involved, and nearly everyone seemed to be involved.

Within a few weeks, the once hip label was transformed into a derogatory term, and previous critiques of Alt-Lit were revived and intensified. Its style and methods were lambasted as shallow and crude; the texts were denounced for being trivial and dull; and their authors were ridiculed for their narcissism. Others interpreted Alt Lit as a form of digital whining and as an indication that its predominantly white and middle-class authors were out of touch. Criticism also came from within, such as Gabby Bess’s rejoinder to Megan Boyle’s documentarianism. Many were thus relieved when, in December of 2014, members of the community declared the “end” of Alt Lit and suggested that the label should be retired (and not replaced). Few authors identify with the term any more, and those who use it tend to do so in an ironic manner. Yet even if label has been put to rest, the literature and achievements associated with it are still with us.

This edition of Metamorphosen hopes to capture the stylistic and thematic variety of Alt Lit while concentrating above all on its (semi-)autobiographical elements. The trouble with creating a printed anthology of texts that were, for the most part, composed on the internet is that some of their aspects cannot be reproduced in this form. We have had to do away with such things as links, photographs, and comment sections. For this reason, readers are wholeheartedly encouraged to visit the original texts online as well. The texts collected here range from poems taken from Tao Lin’s first collection of verse – you are a little bit happier than i am (2006) – to short stories, poems, and journal entries by Sofia Banzhaf, Memeoji, and Adeline S. Manson. Although not all of the authors represented here have been closely associated with the Alt-Lit movement, their texts and style have all been influenced by it in a decisive way.

The title of this volume was inspired by two key Alt-Lit texts, both of which are printed here: Megan Boyle’s “Everyone I’ve Had Sex With” and Jordan Castro’s “All My Ex-Drug Dealers.” The title is meant to suggest the end of a relationship and to allude to the interpretation of autobiographical texts as confessional literature. It can also, however, be understood as a bleak prophecy about the threats facing a globalized form of literature whose texts are based on intellectual freedom and whose structures and networks depend on the freedom to travel and communicate – all of which is currently and acutely endangered by nationalism and populism. May our friends not become ex-friends!

Finally, I would like to express my gratitude to all of the authors and translators and to the editors of Metamorphosen, who are dispersed around the globe. Special thanks also are due to Alexandra Gerstner and Valentine A. Pakis.

Marc Degens, March 2017, Toronto

To cite this page
MLA style: "All My Ex-Friends". MARC-DEGENS.DE. Web. 17. Mai 2017. http://marc-degens.de/all-my-ex-friends/


Fahimi Bar

Die 17. Ausgabe der Metamorphosen, die von mir als Gastherausgeber betreut wurde, heisst ALLE MEINE EX-FREUNDE und wird am Dienstag (2. Mai 2017) in der Fahimi Bar in Berlin vorgestellt. Schauspieler und Säräh Sweetmilk (@milch_honig) lesen Texte, zudem werde ich im Gespräch und in Bildern die Ausgabe vorstellen, die Texte von Sofia Banzhaf, Beach Sloth, Megan Boyle (@meganassboyle), Jordan Castro (@jordancastroisthepresident), Elizabeth Ellen, Spencer Madsen (@spencermadsen), Adeline S. Manson (@addiepup), Memeoji, Guillaume Morissette (@anxietyissue), Tao Lin (@mtgjdfjdfgukkhddtyhcffghhvdfyg), Stacey Teague (@staceyteague) und Nadia de Vries (@ripnadiadevries) und Übersetzungen von Tobias Amslinger, Ann Cotten, Moritz Müller-Schwefe, Clemens J. Setz (@clemensetz), Lukas Valtin, Michael Watzka und Ron Winkler enthält. Es wird garantiert ein bunter, unterhaltsamer Abend! Die Türen öffnen um 20 Uhr, um 21 Uhr beginnt die Show. Der Eintritt kostet 4 Euro. #allemeineexfreunde #altlit #newsincerity #SofiaBanzhaf #BeachSloth #MeganBoyle #JordanCastro #ElizabethEllen #SpencerMadsen #AdelineSManson #Memeoji #GuillaumeMorissette #TaoLin #StaceyTeague #NadiadeVries #TobiasAmslinger #AnnCotten #MarcDegens #MoritzMüllerSchwefe #ClemensJSetz #LukasValtin #MichaelWatzka #RonWinkler

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On the set of Taipei (movie)

Day 1 underway 🎥

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Yesterday we wrapped on these two ❤️ @smilesguthrie @k8r3is #Taipeithefilm #polaroid

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Glamping in a Brooklyn skypod #Taipeithefilm #polaroid

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On the set of Taipei (movie) with director @jasonllester & stars @elliebamber_ & @justinchon

Ein von Tao Lin (@mtgjdfjdfgukkhddtyhcffghhvdfyg) gepostetes Foto am