No Frills

No Frills

Mittwoch, 21. März 2018, Toronto

Um sechs Uhr dreißig Wecker. Kaffee und lesen im Bett. E-Mails und Tweets. The Bulletin-Brief der Universität von Toronto hat folgende Schlagzeile: Today is the International Day for the Elimination of Racial Discrimination and World Poetry Day. Danach Apps. Tagesschau, The Guardian, The Washington Post, Frankfurter Allgemeine, Süddeutsche Zeitung. Per E-Mail sende ich mir einen Absatz aus dem Schachblog von Stefan Löffler: »Am eindeutigsten zuordnen lasse es sich, wenn jemand vom Brett wegschaut, erläutert Dilschneider: ›Links oben ist das visuelle Gedächtnis. Das sieht man vor allem in der Eröffnungsphase häufig, wenn Varianten abgerufen werden. Schaut er nach rechts oben, rechnet er. Augen nach unten heißt innerer Dialog. Dann ist er in der Bewertungsphase.‹«

Instagram, Feedly, Tumblr. Mini-Morgengymnastik und Obstfrühstück. Hinterher schreibe ich Kathrin Passig eine E-Mail, die ich schon am Sonntag schreiben wollte, bevor ich die traurige Nachricht vom Tod Michael Rutschkys erhielt. Balkon und Schreibtisch. Schließen der Tagebuchlücken der letzten Tage. Emergency Room, die Nacht im Krankenhausflur, vier Milligramm Morphium. Anschließend Arbeit am Thanksgiving-Text für die fünfundsiebzigste Ausgabe von Am Erker, der in gewisser Weise ein Spiegeltext zu diesem Journal für die Metamorphosen ist. Oft habe ich in den letzten Wochen darüber nachgedacht, welche Auswirkungen der Text auf meinen heutigen Tagesablauf haben wird. Dass er welche haben wird, steht für mich außer Frage. Mein erstes Tagebuch war ein in Kunstleder gebundener Terminplaner mit vorgegebenen Feldern für jede Stunde, in dem ich als Kind die Ereignisse der letzten Tage festhielt. Als ich alles aufgeschrieben hatte, hörte ich aber nicht auf, sondern machte einfach weiter und schrieb über meine Erlebnisse der nächsten Tage. Als schließlich mein Leben von dem Aufgeschriebenen abwich, beendete ich das Schreiben und warf das Tagebuch weg.

Vorbereitung des alle3-Hangouts. Eine Kulturassistentin von Radio Bremen schreibt uns bezüglich des 19. Internationalen Literaturfestivals Poetry On The Road, das vom »01. - 04. Juni 2017« in Bremen stattfinden soll: »Wir freuen uns sehr über die Teilnahme Ihrer Autorin Dagmar Kraus! Zur Vorbereitung der Moderatorinnen und Moderatoren auf die Veranstaltungen bitte ich um Zusendung von zwei Rezensionsexemplaren an untenstehende Adresse: revolvers für flubis. (= ›Schöner Lesen‹ Nr. 118), SuKuLTuR, Berlin 2013, ISBN 978-3-941592-49-0«
2017? Dagmar?

Mit dem Fahrrad zu No Frills. Großeinkauf mit James Brown, The Go-Gos, Frankie Valli, Sam & Dave.

Zum Mittagessen Tortellini-Salat und um dreizehn Uhr schöner anderthalbstündiger Hangout mit Frank und Torsten. Beschluss, mit unserem Shop von Magento zu Woocommerce zu wechseln. Skype-Telefonat mit meiner Mutter, danach ins Bett. Emmanuel Carrère weist im Interview in der Paris Review auf einen Schreibtipp von Ludwig Börne hin: »Nehmt einige Bogen Papier und schreibt drei Tage hintereinander ohne Falsch und Heuchelei alles nieder, was euch durch den Kopf geht. Schreibt, was ihr denkt von euch selbst, von euern Weibern, von dem Türkenkrieg, von Goethe, von Fonks Kriminalprozeß, vom Jüngsten Gerichte, von euern Vorgesetzten – und nach Verlauf der drei Tage werdet ihr vor Verwunderung, was ihr für neue, unerhörte Gedanken gehabt, ganz außer euch kommen. Das ist die Kunst, in drei Tagen ein Originalschriftsteller zu werden!«

Schlaf und Kaffee. Zweimal klingelt es unten an der Tür, aber ich mache nicht auf. Balkon und dann mit Tee weiter an Sadie. Als erstes trage ich die Korrekturen für das Trillaphon-Kapitel ins Manuskript ein, die ich vor zwei Wochen abends im Rivoli gemacht habe. Zum Schreiben brauche ich die Stille des Schreibtisches, doch zum Korrigieren suche ich gern laute Orte auf, volle Cafés, Bars, Diners oder U-Bahnen. Wenn der Romantext dieser Atmosphäre standhält, bewährt er sich überall. Das ist mein Lackmus-Test, denn so werden Romane heute oft gelesen: Unterwegs, im Gedränge und in einer Umgebung voller Ablenkungen und Störgeräusche. »Schreibe bei geschlossener Tür«, lautet ein Rat, an den sich Stephen King aus seinen Anfängen erinnert, »überarbeite bei offener Tür.«

Nach den Korrekturen schreibe ich weiter an Sadie. Früher hatte ich zwischen mir und meinen Romanfiguren gern eine Distanz geschaffen und sie in anderen Städten leben lassen, auch, um nicht mit ihnen verwechselt zu werden. Inzwischen leben Marthe, Sina, Scott und Bo sogar in unserer Wohnung und Alexandra träumt von ihnen. Um kurz vor sieben das dreißigste Kapitel vorläufig beendet und Feierabend. Ich esse den Rest Tortellini-Salat und Alexandra zeigt mir einen schönen Facebook-Post von René. Später fernsehen. Zunächst zwei Folgen Twin Peaks als Vorbereitung für unsere #roadtotwinpeaks-Tour im Mai von Toronto nach Snoqualmie. Albert Rosenfields Bekenntnis rührt mich erneut zu Tränen: »Now you listen to me. While I will admit to a certain cynicism, the fact is that I am a naysayer and hatchetman in the fight against violence. I pride myself in taking a punch and I'll gladly take another because I choose to live my life in the company of Gandhi and King. My concerns are global. I reject absolutely revenge, aggression, and retaliation. The foundation of such a method ... is love. I love you Sheriff Truman.«

Notiz:
- Warum so viel Englisch in deinen Comics?
- Ich bin ja keine Sprachumerzieherin, sondern dokumentiere einfach nur die Realität.

Zum Schluss eine Folge Survivor.

Erstveröffentlicht in metamorphosen 21 (Thema: Journal).

Kandidat der Hotlist 2018

Gestalten und Profile

Die 75. Am Erker-Ausgabe ist soeben im Daedalus Verlag erschienen und enthält auch meine Erzählung mit dem rätselhaften Titel »Bühabo«. Es geht um Bonn, Prinz Eisenherz, Bocola, Haribo, Peter Handke und mehr. Die Ausgabe kostet 9 Euro und kann über am-erker.de bestellt werden.

#roadtotwinpeaks – Epilog

-> #roadtotwinpeaks – Episode 1

#roadtotwinpeaks – Episode 4

More deers and waterplanes #roadtotwinpeaks 258 km to go

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Petroglyph #roadtotwinpeaks 307 km to go

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Questions In a World of Blue #roadtotwinpeaks 307 km to go

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The lonesome foghorn blows. #wrappedinplastic #roadtotwinpeaks 74 km to go.

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Georgetown, Seattle #roadtotwinpeaks 49 km to go

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Hat‘n‘Boots #roadtotwinpeaks 49 km to go

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CROSSWALK FLAGS #roadtotwinpeaks 112 km to go

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Twede‘s Café #roadtotwinpeaks 7 km to go

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SCOTT‘S DAIRY Freeze #roadtotwinpeaks 7 km to go

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Elk Meat #roadtotwinpeaks 7 km to go

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ROADHOUSE #roadtotwinpeaks 7 km to go

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#roadtotwinpeaks 4 km to go

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Picnic #roadtotwinpeaks 7 km to go

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SHERIFF‘S DEPARTMENT #roadtotwinpeaks 4 km to go

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Packard Sawmill #roadtotwinpeaks 4 km to go

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The Great Northern #roadtotwinpeaks 0 km to go

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#roadtotwinpeaks 0 km to go

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Invitation to Love #roadtotwinpeaks 0 km to go

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Black Lodge (Epilog) #roadtotwinpeaks -259 km to go

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-> #roadtotwinpeaks – Epilog

#roadtotwinpeaks – Episode 3

#roadtotwinpeaks 943 km to go

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Weeping Wall #latergram #roadtotwinpeaks 1055 km to go

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#nofilter #roadtotwinpeaks 943 km to go

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#roadtotwinpeaks 943 km to go

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Last Chance Salon #latergram #roadtotwinpeaks 1212 km to go

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Rocky Mountaineer #roadtotwinpeaks 943 km to go

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Bear Warning #roadtotwinpeaks 946 km to go

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Dark Mood Woods #roadtotwinpeaks 964 km to go

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#nofilter #roadtotwinpeaks 943 km to go

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What Does Maligne Mean? #roadtotwinpeaks 843 km to go

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Mount Robson (3954m) #roadtotwinpeaks 855 km to go

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#roadtotwinpeaks 822 km to go

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Twin Peaks Resort #roadtotwinpeaks 822 km to go

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DUCK XING #roadtotwinpeaks 820 km to go

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Blue River #roadtotwinpeaks 735 km to go

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Positron Emission Tomography Mobile Service #roadtotwinpeaks 298 km to go

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Tesla #roadtotwinpeaks 298 km to go

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„There are no friendly civilians.“ (John Rambo) #roadtotwinpeaks 298 km to go

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The Gathered Truth of this Day #roadtotwinpeaks 315 km to go

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#roadtotwinpeaks 274 km to go

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#roadtotwinpeaks 258 km to go

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-> #roadtotwinpeaks – Episode 4