Die Begeisterungs-Show 1

Jingle.

alle3: Hallo.

Marc: Und herzlich Willkommen zur ersten Begeisterungs-Show. Wir alle3 freuen uns sehr, daß Sie heute Abend so zahlreich erschienen sind. Und wir alle3 hoffen sehr, daß Sie in den nächsten gut zwei Stunden viel Spaß haben werden. Bevor es gleich richtig losgeht, möchte ich uns alle3 eben noch kurz vorstellen. Wir drei sind alle3, betreiben das Internetmagazin satt.org und den Verlag SuKuLTuR und sind im einzelnen: Torsten Franz, er ist für das Gesicht von satt.org und SuKuLTuR zuständig, er gestaltet und designt all unsere Erzeugnisse und wird uns diesen Abend optisch verschönern. Hier neben mir sitzt Frank Maleu, er ist der Geschäftsführer, der Taschenrechner und die Stimme unserer kleinen Unternehmung. Frank, ich glaube, in den letzten beiden Monaten hast du sicherlich dreißig Radiointerviews zum Thema Automatenliteratur gegeben?

Frank: (nickt, antwortet) Ja, und was wäre alle3 ohne Marc Degens. Er ist der Stift von satt.org und bei SuKuLTuR für das Programm zuständig und darüberhinaus Mitglied der Gruppe Superschiff, bei der wir uns herzlich für das schöne Eingangsjingle bedanken möchten. Marc, ihr habt nächsten Monat nach fast einem Jahr auch wieder einen Superschiff-Auftritt?

Marc: Ja, am 24. April. Am letzten Samstag im April. Im ES im Prenzlauer Berg. Fast ein Jahr nach unserem letzten Auftritt. Wir werden viel neues Material spielen. Und zwei Tage später, am letzten MoMo, am letzten Montag im Monat, findet hier im Kaffee Burger die nächste Begeisterungsshow statt. Hoffentlich wieder mit Euch und Ihnen.

Torsten: Kurzjingle-Melodie abspielen.

Frank: Kurz ein paar Worte zum Sinn und Zweck dieser Veranstaltung. Heute Abend wollen wir Ihnen aktuelle Bücher, Comics, Filme und CDs vorstellen. Kulturelle Erzeugnisse, die uns begeistert haben. Dazu haben wir uns kompetente Gäste eingeladen, allesamt Autoren, die für unser Magazin satt.org schreiben.

Marc: Außerdem wird nachher auch noch Tom Schulz auftreten und uns mit seinen Texten begeistern. Ja, und nicht zu vergessen, wollen wir heute Abend auch das neue Leseheft von David Wagner feiern. Jeder hält es hoffentlich in der Hand, denn es ist im Eintrittspreis inbegriffen. Wie ich sehe, ist David auch hier. David, herzlichen Dank für das schöne Leseheft.

Frank: Und natürlich wollen wir uns auch bei Fehmi Baumbach bedanken, die das schöne Cover und eine weitere Zeichnung zu dem Band beigesteuert hat. Ist Fehmi hier? Ja? Nein?

Marc: David hat sein Leseheft Christiane Rösinger gewidmet. Christiane Rösinger ist Sängerin der Band Britta und gemeinsam haben Britta und David ein Lied produziert, das man sich von Davids sehr feiner Homepage herunterladen kann. Die Adresse lautet www.was-alles-fehlt.de.

Frank: Und haben Sie keine Sorge, falls sie mit dem mitschreiben nicht nachkommen. Auf satt.org haben wir für jede Begeisterungsshow auch eine eigene Seite eingerichtet, auf der man die Empfehlungen, Termine und Adressen nachlesen kann.

Marc: Dort gibt es auch Bilder vom heutigen Abend. Frank, willst Du nicht einmal ein paar Fotos von den Anwesenden machen?

Frank: Okay.

Marc: Fein. Derweil hören wir das Stück „Was alles fehlt“ von Britta – von und mit David Wagner. Viel Vergnügen!

Torsten: Musik. „Was alles fehlt“ von Britta.

Marc: Prima. Vielen Dank, Britta, und vielen Dank, David. Ach, David, ich habe neulich in einem englischsprachigen Onlinemagazin gelesen, daß Dein nächstes Buch „Guilt“, also Schuld, heißt. Stimmt das? — Ist das Buch ein Roman? — Und wann erscheint es?

Marc: Aha. Dann ist ja noch Zeit. Bis dahin können wir uns ja mit Deinem und den anderen Leseheften vergnügen. Diese vertreiben wir derzeit nicht nur in ausgewählten Buchhandlungen, wie z. B. im Neurotitan im Haus Schwarzenberg in den Hackeschen Höfen, sondern seit Dezember 2003 auch in Süßwarenautomaten.

Torsten: Bild von Süßwarenautomaten projizieren.

Marc: Frank, wie läuft es denn?

Torsten: Währenddessen Bilder zeigen, z.B. Zeitungs-Scans (Bildzeitung, Dorsten-WAZ) etc.

Frank: Bislang sehr gut. Im März konnten wir zwei neue große Automatenaufsteller zur Zusammenarbeit gewinnen: Die Firma Ackermann und die Firma Naujocks. Das sind die beiden größten Automatenaufsteller Berlins. Mit ihrer Hilfe sind wir jetzt auch zum ersten Mal an S- und U-Bahnhöfen vertreten, z. B. am Ostbahnhof, am Gesundbrunnen und am Innsbrucker Platz. Insgesamt sind wir jetzt in mehr als fünfundzwanzig Automaten in Berlin vertreten.

Marc: Eine Liste mit den aktuellen Automatenstandorten gibt es auch auf satt.org.

Frank: Genau. Und auch die Verkaufszahlen sind bislang recht vielversprechend. Und auf sie kommt es an, damit wir in Zukunft weiterhin in den Automaten vertreten sind. Drücken Sie uns die Daumen und drücken sie die richtigen Nummern.

Marc: Literatur in Süßwarenautomaten. Das paßt auch gut zu unserem nächsten Thema. Dazu möchte ich jetzt auch Alexandra Gerstner auf die Bühne bitten.

Frank: Alexandra Gernster ist die Gesellschaftsredakteurin von satt.org und wird uns nun das Buch »Minusvisionen« von Ingo Niermann vorstellen. Viel Spaß!

Alexandra: Minusvisionen-Vorstellung.

Marc: Ja, vielen Dank. Im Jahre 2002 erschien das Album „Falling into place“ des Duos Komeit. Robert Lippok von To Rococo Rot hat das Album liebevoll geremixt. Das Ergebnis heißt „Falling into Komeit“ und erschien gerade auf dem Label Monika Enterprises. „Falling into Komeit“ ist unsere satt.org-Musik-Empfehlung im März und von der Platte hören wir jetzt das erste Stück „I can tell“. Viel Vergnügen.

Torsten: Musik. „Titel 2“ von Robert Lippok.

Marc: Bevor wir jetzt gleich zu Tom Schulz kommen, freuen wir uns, jeweils 3 Exemplare des Buches „Minusvisionen“ und drei CDs von Robert Lippok verlosen zu dürfen. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bei dem Suhrkamp Verlag und Monika Enterprises bedanken, die uns die Exemplare zur Verfügung gestellt haben. Nun gut, Frank, walte deines Amtes.

Frank: waltet seines Amtes. Verlosung: Lippok + Minusvisionen. Zusätzlich werden noch CDs von Stendal Blast verlost, die Marc ankündigt.

Marc: Prima. Und nun zu unserem Ehrengast des Abends. Tom Schulz.

Tom Schulz wurde 1970 geboren und lebt in Berlin-Friedrichshain. Er ist Schriftsteller und bislang sind von ihm drei Lyrikbände erschienen. 1997 der Band „Städte geräumt“ in dem Verlag Laufschrift Edition und 2002 dann in der hübschen und bibliophilen Kölner parasitenpresse der Band „Trauer über Tunis“. (Beide Bände zeigen.) Frisch aus der Druckerei kam nun sein neuer Band „Abends im Lidl“, der in dem Kölner Verlag Neue Krash Edition erschien. Er kostet 8 Euro fünfzig und ist heute abend auch hier erhältlich.

In den 90er Jahren war der Kölner Krash Verlag eine der ersten Adressen für untergründigere Autoren, dort erschienen Texte von Thomas Kapielski, Alban Nikolai Herbst, Jörn Luther und vielen anderen mehr.

Nach einer kreativen Pause hat der Schriftsteller Enno Stahl den Krash Verlag dieses Jahr wieder ins Leben gerufen. In diesem Frühjahr erscheinen dort zwei Bücher, eines davon ist das Buch von Tom Schulz.

Ja – und wir von SuKuLTuR hoffen natürlich auch sehr, daß Du, Tom, für uns ein Leseheft machst. Ja?

Tom: Antwort.

Und jetzt wünsche ich Ihnen und uns viel Vergnügen mit Tom Schulz!

Tom: Lesung.

Frank: Als Überleitung zu unserem nächsten Programmpunkt hören wir jetzt das Lied „Schauspieler“ des Elektropop-Duos Neulander. Unsere Musikredakteurin Christina Mohr aus Frankfurt beschreibt die Musik als „eine tasty Mixtur aus tanzbaren Beats, frickelnden Gitarren, Keyboardspielerein und schöner Stimme“. Was will man mehr?

Torsten: Musik. „Schauspieler“ von Neulander.

Frank: Das war Neulander mit „Schauspieler“. Ihre LP „Smoke + Fire“ erschien diesen Monat auf dem Label Disko B.

Marc: Ja, und nun zu unserem nächsten Programmpunkt, dazu begrüßen wir ganz herzlich Thomas Vorwerk. Thomas ist satt.org-Filmredakteur und damit jedem satt.org-Besucher ein Begriff. Wie viele Filme hast Du denn dieses Jahr auf der Berlinale gesehen?

Thomas: Antwort.

Frank: Und wie viele davon für uns besprochen?

Thomas: Antwort.

Marc: Wow! Übrigens ist Thomas auch Herausgeber des Fanzines KlirrDiBirr, von dem mittlerweile bereits sage und schreibe 137 Ausgaben erschienen sind. KlirrDiBirr kann kostengünstig bei Thomas abonniert werden, er nimmt sicherlich gern nach der Show Ihre Bestellungen entgegen. Nun aber viel Spaß mit den Filmvorstellungen von Thomas Vorwerk.

Thomas: Filmvorstellungen. Anschließend Verlosung.

Marc: So, und nun hören wir ein Stück von Annika Trost. Annika Trost ist bekannt als Hälfte des Berliner Elektroschockduos Cobra Killer, deren Rotwein- und HulaHoop-Auftritte über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt sind. Im Februar brachte Annika nun ihre Soloplatte mit dem Titel „Trost“ heraus, davon hören wir jetzt das hübsche Brautlied „I see cathedrals“.

Torsten: Musik. „I see cathedrals“ von Trost.

Frank: Ja, das war Annika Trost mit „I see cathedrals“. Die Bilder, die wir gerade gesehen haben, stammen übrigens von einem Cobra Killer-Konzert, das wir letztes Jahr im März besucht haben.

Marc: So, und nun begrüßen Sie mit uns bitte Tobias Lehmkuhl. Tobias ist einer der langjährigsten und fleißigsten Mitarbeiter unseres Magazins. Er arbeitet als Rezensent für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften, darunter die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Rundschau. Daneben rezensiert er auch für den Deutschlandfunk und moderiert Literaturveranstaltungen für die literaturwerkstatt. Tobias wird uns nun ein neues Hörbuch vorstellen.

Tobias: Literaturvorstellung.

Marc: Vielen Dank, Tobias. Und nun zu etwas ganz anderem. Wir alle3 sind riesige Fans von Räuberhöhle. Die Sängerin von Räuberhöhle heißt Krawalla bzw. Krawallmädchen, kommt aus Friedrichshain und singt auch in der Band Minipli 550. Räuberhöhle hat nächsten Monat auch wieder einen Auftritt in Berlin, den man unter keinen Umständen verpassen sollte.

Frank: Ja, und zwar tritt Räuberhöhle am 13. April im Lovelite in Friedrichshain auf.

Marc: Als Anreiz möchten wir Ihnen nun einen Konzertmitschnitt von Räuberhöhle zeigen, den wir von einem norwegischen Online-Stadtmagazin heruntergeladen haben. Der Mitschnitt stammt von einem Räuberhöhleauftritt in Oslo im September letzten Jahres. Film ab und viel Spaß.

Torsten: Video: Räuberhöhle.

Frank: Die nächste Begeisterungsshow findet am letzten MOMO, am letzten Montag im April, wieder hier im Kaffee Burger statt. Bis dahin gibt es noch eine Menge interessanter Veranstaltungen hier in Berlin. Wir alle3 wollen ihn nun einen kurzen Überblick geben. Als erstes wird uns Marc auf eine Comicausstellung hinweisen.

Marc: Genau. Leider nur noch bis übermorgen ist im Kulturkaufhaus Dussmann die Ausstellung „Berlin“ zu der Comicserie von Jason Lutes zu sehen. „Berlin“ ist ein auf 24 Hefte angelegtes Comicprojekt des US-Amerikaners Jason Lutes, das in Berlin zum Ende der Weimarer Republik spielt. Der Comic besticht durch Detailfreude, ja regelrecht Detailversessenheit und ist ein wirkliches Comicmeisterwerk. In der eintrittsfreien Ausstellung erfährt man nicht nur viel zum Entstehungsprozeß des Comics, sondern auch über Berlin in den 20er und 30er Jahren. Die ersten 8 Hefte von „Berlin“ hat der Carlsen Verlag nun auf Deutsch veröffentlicht, in einer sehr feinen Ausgabe, und wir freuen uns nun, drei Exemplare hier verlosen zu dürfen. Dafür möchten wir uns beim Carlsen Verlag herzlich bedanken.

Frank: Verlosung.

Frank: Ja, das erste musikalische Highlight ist bereits am Donnerstag. In der Maria im Ostbahnhof findet wieder Intro Intim statt, diesmal mit Naked Lunch und vor allen Dingen den von uns sehr geschätzten Mediengruppe Telekommander. satt.org verlost dazu zweimal zwei Freikarten, wer Lust und Zeit hat, das Konzert kostenlos zu besuchen, kann mich nachher einfach ansprechen.

Wie gesagt, am 13. April spielt Räuberhöhle im Lovelite in Friedrichshain. Für uns ein Pflichttermin.

Marc: A propos KlirrDiBirr und Fanzines. (Aktueller Hinweis.)

Frank: Und am 5. April liest dann in der Volksbühne Françoise Cactus von Stereo Total aus ihrem neuen Erzählungsband „Neurosen zum Valentinstag“. Das wird bestimmt ein großer Spaß.

Marc: Außerdem möchten wir natürlich auf den Supatopcheckerbunny-Abend von unseren Freunden von der Zentralen Intelligenz-Agentur hinweisen. Am Mittwoch lädt das Supatopcheckerbunny wieder ins hübsche NBI ganz in der Nähe. Als fester Gast ist auch wieder der schöne scheue Fil dabei. Das wird bestimmt eine ganz tolle Veranstaltung.

Frank: Noch mehr Termine gibt es auf satt.org. Und damit sind wir jetzt auch am Ende unserer ersten Begeisterungsshow. Ich hoffe, Ihnen hat der Abend gefallen und sie werden jetzt im Anschluß noch viel Spaß mit unseren DJs Satt und Jussuf C-Dur haben.

Marc: Unsere nächste Begeisterungsshow findet am 26. April statt, wieder hier, wieder mit vielen tollen Gästen und Überraschungen und dem Leseheft „Die Nachtigall von Reykjavík“ von Wolfgang Müller. Wir möchten uns noch ganz herzlich beim Kaffee Burger und bei Hajo bedanken, vielen Dank. Und wir möchten uns noch kurz dafür entschuldigen, daß wir entgegen unseren Ankündigungen nicht über James Kochalka berichtet haben. Beim nächsten Mal aber, versprochen.

alle3: Auf Wiedersehen.

Torsten: Jingle-Vocoder. Musik-Video: „Schlag deinen Fernseher kaputt“ von Das Bierbeben.

V.O.Stomps-Preis

»Die Messe wird offiziell mit der Verleihung des V.O.Stomps-Preises der Stadt Mainz eröffnet. […] Förderpreis, von drei jungen Männern in schwarzen Anzügen entgegengenommen, für den SuKuLTuR Verlag (jetzt in Berlin, früher mehr im Rheinland). Sympathische Laudatorin aus dem Bibliothekenumfeld. Zuhörer müssen darauf achten, sich nicht an einer Druckmaschine zu beschmieren.« (Hans Horn: Wenigstens wird der Name erwähnt! Impressionen von der 21. Mainzer Minipressen-Messe. Aus: floppy myriapoda 18)

alle3 (2001)

alle3 (Torsten Franz, Marc Degens, Frank Maleu; v.l.n.r.) auf der 16. Mainzer Minipressen-Messe (2001)
alle3 auf der 16. Mainzer Minipressen-Messe (2001)