Schublade

»Reinhard Jirgl, Büchnerpreisträger des Jahres 2010, hat beschlossen, sich gänzlich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. […] Er wolle dorthin zurückkehren, wo er vor Jahrzehnten begonnen habe: zum reinen ›Selbstgespräch‹. Ein Schreiben nur noch für die Schublade. […] Ganz unbedingt ist Schreiben für einen wie Reinhard Jirgl ein Amt. Ein Auftrag, der nicht erlischt, nur weil das Geschriebene auf einmal nicht mehr gedruckt wird. […] Dass es neben den überaus funktionstüchtigen Buchproduzenten auch das Schreiben als Lebensform gibt, soll hier nicht vergessen werden.« (Paul Jandl, NZZ)

Mobilität

»Natürlich ist die Lebensform eines Autors nicht entscheidend für die Art seines Werkes (es gibt ja genügend Gegenbeispiele der Seßhaftigkeit, etwa Doctorow), und doch kann man fragen, ob nicht die reale Mobilität eine geistige miterzeugt: Die Fähigkeit, sich in Fremdes hineinzuversetzen (weil es eine für die Selbsterhaltung notwendige Tugend ist oder werden kann), fremde Stimmen nachzuahmen und ihnen Sprache zu verleihen, schließlich, sich schreibend eine heimatliche Topographie zu verschaffen, deren man realiter verlustig gegangen ist.« (Michael Chabon, zitiert nach Ulrich Greiner, Gelobtes Land)

Verhindern

»Ich habe keinen Zwang, etwas zu schreiben. Im Gegenteil, wenn ich etwas schreiben muss, denke ich mir: wieso habe ich das nicht verhindern können?« (Hans Wollschläger)