Rezensionen

»Ich glaube, viele Talente haben nach dem ersten Buch nichts mehr zustande gebracht, weil sie durch die Vielzahl der Rezensentenmeinungen verunsichert wurden. […] Ich kann inzwischen zu jedem Roman, ja zu jeder veröffentlichten Erzählung, mindestens zwei Rezensionen vorweisen, die davon entweder als von einem Geniestreich oder einem Scheißdreck sprechen. Ist dieser Punkt erreicht, relativiert sich alles so weit, daß es wirkungslos bleibt.« (Helmut Krausser, Juni)

Agamemnon

»Sie behandeln mich, als wäre ich Agamemnon.« (Robert Schindel, Kassandra)

Umrunden (Erste Sätze)

»Mein Entschluß, mit einem Fahrrad unseren geliebten, alten Erdball zu umrunden, kam sehr plötzlich.« (Heinz Helfgen, Ich radle um die Welt)

Vollendete Vergangenheit

»›Gehabt hatte‹ sieht wie ein trauriges Ehepaar aus.« (Detlef Kuhlbrodt, Umsonst und draußen)

Scherbeln

»›Kommen Sie, Frau Karola‹, flüsterte die Freo, ›wir drehen uns im Nebenzimmer das Grammophon an und scherbeln ein bisschen. Die Unterhaltung wird mir hier zu seriös.‹« (Franz Hessel, Heimliches Berlin)

Umriß

»Man erhebt den Anspruch, ein ernstzunehmender Schriftsteller zu sein, ein Künstler eben (und nicht einer aus dem Haufen) … Und dabei ist man in den Augen des Steuerinspektors und hämischen Nachbarns, in den Augen des Zeitungsredakteurs, des Beamten, des Funktionärs nichts weiter als ein armes Würstchen – demoralisierend. Man kann gar nicht recht in den eigenen Umriß steigen.« (Paul Nizon, Die Erstausgaben der Gefühle)

Gladiator

»Vor vier Jahren beauftragte der Schauspieler Russell Crowe den Songwriter [Nick Cave] damit, ein Drehbuch für eine Fortsetzung von ›Gladiator‹ zu schreiben. In der von Cave verfassten Story wird der verstorbene Maximus auf die Erde zurückgesandt, um einen Mann zu töten. Und dieser Mann ist niemand Geringeres als Jesus Christus. Das Drehbuch wurde abgelehnt.« (Coolibri, 11/2013)

Link: Gladiator 2 by Nick Cave

Ehrlichkeit

»Die ›Ehrlichkeit im Gebrauch von Worten‹ – dahinter verbirgt sich Yates‘ komplette ästhetische Anschauung, sein Bestreben, nach der passenden, unprätentiösen Form und, im Sinne Flauberts, nach dem passenden, unprätentiösen Wort zu suchen. Das gibt seinem Stil eine unverwechselbare, sich nicht in auftrumpfenden Metaphern gefallende Note und bezeugt die ›honesty‹ des Schriftstellers Yates.« (Rainer Moritz, Der fatale Glaube an das Glück)

Kunstkommunikation

»Daß Kunst anderen als Kunst auffallen muß, ist die conditio sine qua non der Kunstkommunikation […]. Eine Arbeit, die nur der Urheber selber kennt, über die er schweigt, auf die er nicht anspielt, wäre für den Soziologen keine Kunst, denn sie setzt keine Kommunikation in Gang.« (Niels Werber)

Fremder

»Was ich immer erzählen muss, immer sagen muss: dass ich keine Heimat habe, dass ich ein Fremder bin, und das meine ich nicht pathetisch, sondern als gute Sache. Weil ein Schriftsteller, nach meinem Geschmack, muss ein Fremder sein.« (George Tabori)